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Länderkampf Bayern – Österreich: Waterloo statt Wunder

PGC-Team kassiert dieses Jahr in Schladming schwere Schlappe
Dabei waren die Bayern so hoffnungsfroh angereist. Klar: Schließlich hatte Bernhard Langer den Platz im Ennstal designed. Was sollte da schief gehen. Selbst schuld die Ösis, dass sie sich einen solchen Untergrund ausgesucht hatten – dachten die erfolgsverwöhnten und hochmotivierten Bayern. Nach der Proberunde im „Pebble Beach der Alpen“ – so haben die Schladminger ihren Platz selbst getauft – folgte der Galaabend im Sporthotel Royer. Launige Worte von Erich Weiss und den Sponsoren, die Tourismusregion Dachstein-Tauern und die Bergbahnen Schladming, stimmten die insgesamt 56 Teilnehmer – auch das ein neuer Rekord – aufs Duell ein. Die Sponsoren machten es möglich, hob Martin Ritzer, der neue Chef der MGA, hinterher hervor.Vielleicht werden diese drei Tage als „Die Schmach von Schladming“ in die Historie der bayerischen Pressegolfer eingehen. Nach zuletzt vielen Jahren des Frohsinns, einer positiven 3:2-Bilanz seit 2016, gab es nun eine „sauberne Watsch’n“ für unser PGC-Team im traditionellen Länderkampf gegen die österreichischen Freunde der MGA, der Media Golf Austria. Erdrückende 101 Punkte (dreistellig!!! die Gastgeber hatten sich am Nachmittags des Triumphs mit 98 Punkten sogar noch zu ihren Ungunsten verrechnet) nahmen die rot-weiß-roten Puttkönige uns bayerischen Kugelschubsern an den zwei Turniertagen ab – ein Negativ-Rekord, mit dem wir uns hoffentlich nicht mehr allzu oft beschäftigen müssen.
Logisch, dass Erich Weiss, ORF-Legende und wie immer souveräner Cheforganisator, den Triumph bei der Siegerehrung entsprechend zu bejubeln wusste. „Ein Rekordergebnis“, schwärmte er und strahlte übers ganze Gesicht. Schließlich hatte er sich beim Eröffnungsabend ja doch ein bisserl weit aus dem Fenster gelehnt mit dem klassischen Lederhosen-Spruch. Da blieb das steirische Backhendl sogar so manchem Austro-Kollegen im Halse stecken. Wahrscheinlich hat der liebe Erich eine Glaskugel daheim. Irgendwas muss er darin gesehen haben. Hinterher verkaufte der findige Teamchef den Auftritt seiner Armada als Antwort auf die unzähligen Buckelwiesen, auf die die Bayern sie in den vergangenen Jahren geschickt hätten. „Und auf Ruhpolding“ – das merkte er augenzwinkernd an. Im Chiemgau war für die Nachbarn vor drei Jahren eine Welt zusammengebrochen: „Das uns so etwas in Bayern passiert, hatten wir nie gedacht: Aber wir standen am Finaltag ohne Bier da!“
Kommen wir zu einem der wenigen bayerischen Lichtblicke. Das war unzweifelhaft der Vierer am Dienstag. Zumindest diese Bruttowertung ging ans Team Weiß-Blau. Einen Anteil daran hatte Seppi Kagleder, der mit dem Verfasser dieser ernüchternden Zeilen den Österreichern sehr wohl einen erhofften Dämpfer verpasste. Wir erwischten einen Sahnetag, spielten drei unter Par (eine 68 bei Par 71 in Schladming). Immerhin auch ein Bestmarke: Seitdem der Länderkampf mit dem neuen Modus (Vierer und Einzel) läuft, gab es keine bessere Runde im Vierer, geschweige denn im Einzel. Fürs Gesamte freilich nur ein schwacher Trost.
Das Package, es passte ohne Frage wie die Faust aufs Auge. Jene Faust, die wir Bayern am Finaltag wie einen Dampfhammer zu spüren bekamen. Mit voller Wucht. Die Hoffnung hatte schließlich noch gelebt. 15 Punkte Rückstand waren’s nach Tag eins. Die sieben Zähler, die die Bayern im Brutto herausgeholt hatten, waren im Netto leider sofort wieder futsch gewesen. Neben dem Unter-Par-Vierer hatten auch Ralf Scheuerer und Birgit Mehl eine bärenstarke Leistung gezeigt (30 Brutto), Andy Blumenthal und Kevin Creley brachten 28 Brutto heim. Dazu kamen starke 45 Netto-Zähler von Sylvia Fibinger und Eckhard Eckstein wie auch 43 Punkte von Maggi und Tom Wild.
15 Punkte also – alles aufholbar. Das haben Länderkämpfe der vergangenen Jahre oft genug bewiesen. Doch der Mittwoch entwickelte sich so gar nicht nach dem Geschmack der Weiß-Blauen. Die Putter streikten – so das vielfache Feedback. Und nach wenigen Flights im Clubhaus war klar – das wird nichts, eher ein Waterloo als ein Wunder von Schladming. Schon im Brutto, der eigentlichen Stärke der Bayern, klappte es nicht. Andy Schwab, der am Vorabend sämtliche Kaiserschmarrn-Reste in der Tenne an der Planai eingesaugt hatte, legte die Messlatte hoch, brillierte mit einer 73 (+2). Zu gut für die bayerische Brutto-Armada. Netto wurde es noch deftiger. 75 Punkte mehr erspielten die Hausherren bei 15 Ergebnissen in der Wertung. Nur Christiana Neugebauer und Kai Wunnner mit je 37 Punkten sowie Monika Wendrich und Andy Blumenthal (je 35) wussten da zu überzeugen. Insgesamt aber ein bayerisches Desaster.
Schnell war man sich beim gemeinsamem Wundenlecken aber einig, dass es ja sowieso besser sei, wenn jeder sein Heimspiel gewinne. Ein bisserl verbale Schadensbegrenzung in der steirischen Nachmittagssonne von Schladming. Dass 2022 eine bayerische Antwort folgen muss, auch da war man sich einig. Die Suche nach den nächsten bayerischen Buckelwiesen läuft bereits. 🙂 Schwer motiviert werden wir die Planung für 2022 angehen. Denn: Das Imperium schlägt ja bekanntlich zurück. Wann und wo – das werden wir sehen. – Christian Fellner –
Foto v.l.n.r.: Peter von Oppen, Christian Fellner und Martin Ritzer mit dem Pokal, Erich Weiss – unten die 2  bayr. Topspieler Christian Fellner und Seppi Kagleder (Fotos: Sepp Beck)